Rechtsgrundlagen
Niedersächsische Verordnung zur Durchführung des Baugesetzbuches (DVO-BauGB)
Richtlinie zur Ermittlung von Bodenrichtwerten (Bodenrichtwertrichtlinie - BRW-RL)
Bodenrichtwerte
Bodenrichtwerte werden gemäß § 193 Absatz 5 BauGB vom zuständigen Gutachterausschuss für Grundstückswerte nach den Bestimmungen des BauGB und der ImmoWertV ermittelt. Die aktuellen Bodenrichtwerte wurden zum Stichtag 31.12.2012 ermittelt.
Der Bodenrichtwert (§ 196 Absatz 1 BauGB) ist der durchschnittliche Lagewert des Bodens für eine Mehrheit von Grundstücken innerhalb eines abgegrenzten Gebiets (Bodenrichtwertzone), die nach ihren Grundstücksmerkmalen, insbesondere nach Art und Maß der Nutzbarkeit weitgehend übereinstimmen und für die im Wesentlichen gleiche allgemeine Wertverhältnisse vorliegen. Er ist bezogen auf den Quadratmeter Grundstücksfläche eines Grundstücks mit den dargestellten Grundstücksmerkmalen (Bodenrichtwertgrundstück).
Der Bodenrichtwert enthält keine Wertanteile für Aufwuchs, Gebäude, bauliche und sonstige Anlagen. Bei bebauten Grundstücken ist der Bodenrichtwert ermittelt worden, der sich ergeben würde, wenn der Boden unbebaut wäre (§ 196 Absatz 1 Satz 2 BauGB). Eventuelle Abweichungen eines einzelnen Grundstücks vom Bodenrichtwertgrundstück hinsichtlich seiner Grundstücksmerkmale (zum Beispiel hinsichtlich des Erschließungszustands, des beitrags- und abgabenrechtlichen Zustands, der Art und des Maßes der baulichen Nutzung) sind bei der Ermittlung des Verkehrswerts des betreffenden Grundstücks zu berücksichtigen.
Bodenrichtwerte haben keine bindende Wirkung. Ansprüche gegenüber den Trägern der Bauleitplanung, den Baugenehmigungsbehörden oder den Landwirtschaftsbehörden können weder aus den Bodenrichtwerten, den Abgrenzungen der Bodenrichtwertzonen noch aus den sie beschreibenden Attributen abgeleitet werden.
Die Bodenrichtwerte werden gemäß der Bodenrichtwertrichtlinie in folgender Form angegeben:
Der Bodenrichtwert ist als Betrag in Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche angegeben. Im Kartenbild sind die weiteren Bodenrichtwertinformationen in verkürzter Form dargestellt.
Entwicklungszustand
| B = baureifes Land | R = Rohbauland | E = Bauerwartungsland | SF = Sonstige Flächen |
Beitragssituation
| Keine Angabe: | Die Bodenrichtwerte beziehen sich auf Baugrundstücke, bei denen für die vorhandenen Anlagen Erschließungsbeiträge i. S. des § 127 Abs. 2 BauGB, Kostenerstattungsbeträge für Ausgleichsmaßnahmen nach § 135 a BauGB sowie Abgaben nach dem Nds. Kommunalabgabengesetzes nicht bzw. nicht mehr erhoben werden. |
| ebf: | Bodenrichtwerte beziehen sich auf Baugrundstücke, bei denen für die vorhandenen Anlagen Erschließungsbeiträge i. S. des § 127 Abs. 2 BauGB und Kostenerstattungsbeträge für Ausgleichsmaßnahmen nach § 135 a BauGB nicht bzw. nicht mehr, aber Abgaben nach dem Nds. Kommunalabgabengesetzes noch erhoben werden können. |
| ebpf: | Bodenrichtwerte beziehen sich auf Baugrundstücke, bei denen Erschließungsbeiträge i. S. des § 127 Abs. 2 BauGB, Kostenerstattungsbeträge für Ausgleichsmaßnahmen nach § 135 a BauGB sowie Abgaben nach dem Nds. Kommunalabgabengesetzes noch erhoben werden können. |
Sanierungs- oder Entwicklungszusatz
| SU / EU = | Sanierungsunbeeinflusster / Entwicklungsunbeeinflusster Bodenrichtwert, ohne Berücksichtigung der rechtlichen und tatsächlichen Neuordnung. |
| SB / EB = | Sanierungsbeeinflusster / Entwicklungsbeeinflusster Bodenrichtwert, unter Berücksichtigung der rechtlichen und tatsächlichen Neuordnung. |
Die Begrenzung förmlich festgelegter Gebiete nach dem Zweiten Kapitel BauGB (Besonderes Städtebaurecht) wird durch eine Begleitlinie dargestellt; auf den Verfahrensgrund wird hingewiesen durch Schriftzusatz:
| San | = | Sanierungsgebiet | Entw | = | Entwicklungsbereich |
Art der baulichen Nutzung
Bauflächen:
| W | = | Wohnbauflächen | M | = |
Gemischte Bauflächen |
G | = |
Gewerbliche Bauflächen |
S | = | Sonderbauflächen |
| WS | = | Kleinsiedlungsgebiet | MD | = | Dorfgebiet | GE | = | Gewerbegebiet | SE | = |
Sondergebiet f. Erholung |
| WR | = |
Reines Wohngebiet |
MI | = | Mischgebiet | GI | = | Industriegebiet | SO | = |
Sonstiges Sondergebiet |
| WA | = |
Allg. Wohngebiet |
MK | = | Kerngebiet | GB | = |
Baufläche f. Gemeinbedarf |
|||
| WB | = |
Besond. Wohngebiet |
Die Bauflächen können durch folgende Ergänzung zur Art der Nutzung weiter spezifiziert sein:
| EFH | = | Ein- u. Zweifamilienhäuser | LAD | = | Läden (eingeschossig) |
| MFH | = | Mehrfamilienhäuser | EKZ | = | Einkaufszentren |
| GH | = | Geschäftshäuser (mehrgeschossig) | MES | = | Messen, Ausstellungen, Kongresse, Großveranstaltungen |
| WGH | = | Wohn- und Geschäftshäuser | BI | = | Bildungseinrichtungen |
| BGH | = | Büro- und Geschäftshäuser | MED | = | Gesundheitseinrichtungen |
| BH | = | Bürohäuser | HAF | = | Hafen |
| PL | = | Produktion und Logistik | GAR | = | Garagen, Stellplatzanlagen, Parkhäuser |
| WO | = | Wochenendhäuser | MIL | = | Militär |
| FEH | = | Ferienhäuser | LP | = | landwirtschaftliche Produktion |
| FZT | = | Freizeit und Touristik | ASB | = | Außenbereich |
Sonstige Flächen:
| PG | = | private Grünfläche | WF | = | Wasserfläche |
| KGA | = | Kleingartenfläche | FP | = | Flughäfen, Flugplätze |
| FGA | = | Freizeitgartenfläche | PP | = | priv. Parkpl., Stellplatz |
| CA | = | Campingplatz | LG | = | Lagerfläche |
| SPO | = | Sportfläche | AB | = | Abbauland |
| SG | = | sonstige private Fläche | GF | = | Gemeinbedarfsfläche (kein Bauland) |
| FH | = | Friedhof | SN | = | Sondernutzungsfläche |
Abbauland kann durch folgende Ergänzung zur Art der Nutzung weiter spezifiziert sein:
| SND | = | Abbauland von Sand und Kies |
| TON | = | Abbauland von Ton und Mergel |
| TOF | = | Abbauland von Torf |
| STN | = | Steinbruch |
| KOH | = | Braunkohletagebau |
Die Bauweise wird beschrieben durch:
| o | = | offene Bauweise | eh | = | Einzelhäuser | rh | = | Reihenhäuser |
| g | = | geschlossene Bauweise | ed | = | Einzel- u. Doppelhäuser | rm | = | Reihenmittelhäuser |
| a | = | abweichende Bauweise | dh | = | Doppelhaushälften | re | = | Reihenendhäuser |
Das Maß der baulichen Nutzung nach der BauNVO wird beschrieben durch:
| II | = | Geschosszahl (römische Ziffer), | z.B. | II | = | 2-geschossige Bebauung |
| WGFZ | = | Wertrelevante Geschossflächenzahl, | z.B. | WGFZ0,4 | = | 0,4 m² Geschossfläche je m² Grundstücksfläche |
| BMZ | = | Baumassenzahl, | z.B. | BMZ6,0 | = | 6 m³ Baumasse je m² Grundstücksfläche |
Weitere Angaben zum Richtwertgrundstück:
| t | = | Grundstückstiefe in Metern | z.B. | t30 | = | 30 m Grundstückstiefe |
| b | = | Grundstücksbreite in Metern | z.B. | b20 | = | 20 m Grundstücksbreite |
| f | = | Grundstücksfläche in Quadratmetern | z.B. | f600 | = | 600 m² Grundstücksfläche |
Die vorstehend genannten Zustandsmerkmale sind in der jeweiligen Bodenrichtwertdefinition nur enthalten, wenn sie örtlich wertrelevant sind. Zur Berücksichtigung von Wertunterschieden, die auf Abweichungen von den wesentlichen wertbeeinflussenden Merkmalen des Bodenrichtwertgrundstücks beruhen, sind ggf. Umrechnungstabellen anzuwenden oder Zu- bzw. Abschläge bei der jeweils zuständigen Geschäftsstelle des Gutachterausschusses zu erfragen.
Kartengrundlagen:
| Amtliche Geobasisdaten der Nds. Vermessungs- und Katasterverwaltung | Herausgeber: | Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN) |
| Digitale Topographische Karte 1:200.000 | Herausgeber: | Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) |
Diese Präsentation und die ihr zugrunde liegenden Angaben des amtlichen Vermessungswesens sind gesetzlich geschützt. Die Verwertung für nichteigene oder wirtschaftliche Zwecke und die öffentliche Wiedergabe sind nur mit Erlaubnis des Herausgebers gestattet.
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